Agent-to-Agent-Protokoll (A2A)
Von Christian Synoradzki · Aktualisiert am
Das Agent-to-Agent-Protokoll (A2A) ist ein offener Standard, über den KI-Agenten verschiedener Hersteller einander finden, Aufgaben übergeben und Ergebnisse austauschen. Es wurde von Google entwickelt und an die Linux Foundation übergeben.
Immer mehr Softwareanbieter bauen eigene KI-Agenten in ihre Produkte ein: im CRM, in der Buchhaltung, im Ticketsystem. Jeder dieser Agenten kennt nur sein eigenes System. Damit sie gemeinsam eine Aufgabe erledigen können, brauchen sie eine gemeinsame Sprache. A2A soll diese Sprache sein.
Woher der Begriff stammt
Google stellte A2A am 9. April 2025 vor, zusammen mit mehr als 50 Technologiepartnern. In der Ankündigung heißt es: „A2A is an open protocol that provides a standard way for agents to collaborate with each other.“ Übersetzt: ein offenes Protokoll, das einen Standardweg für die Zusammenarbeit von Agenten bietet.
Im Juni 2025 übergab Google das Projekt an die Linux Foundation, eine gemeinnützige Organisation, die viele offene Standards betreut. Damit liegt A2A nicht mehr in der Hand eines einzelnen Unternehmens.
Was A2A genau tut
A2A regelt, wie ein Agent einem anderen eine Aufgabe übergibt. Drei Bausteine sind dabei zentral:
- Agent Card: Eine Art Visitenkarte im JSON-Format. Darin beschreibt ein Agent, was er kann und wie man ihn erreicht. Andere Agenten lesen sie, um den passenden Partner zu finden.
- Task: Die Aufgabe, die ein Agent an einen anderen übergibt. Sie hat einen Status und kann sofort erledigt sein oder über längere Zeit laufen.
- Artifact: Das Ergebnis der Aufgabe, etwa ein Dokument oder ein Datensatz.
Die Agenten müssen dabei nicht wissen, wie der andere intern aufgebaut ist. Sie tauschen nur Aufgaben und Ergebnisse aus.
Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen
Model Context Protocol (MCP): Google beschreibt A2A als Ergänzung zu MCP. MCP verbindet einen Agenten mit Werkzeugen und Daten. A2A verbindet Agenten untereinander.
Function Calling: Beim Function Calling ruft ein Modell eine genau beschriebene Funktion auf. Bei A2A übergibt ein Agent eine ganze Aufgabe an einen anderen Agenten, der selbst entscheidet, wie er sie löst.
Agentic AI: Das ist der Oberbegriff für KI, die selbstständig in mehreren Schritten handelt. A2A ist ein Baustein, damit mehrere solcher Systeme zusammenarbeiten.
Was das für Ihr Unternehmen bedeutet
Für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen ist A2A heute noch kein Thema für den eigenen Aufbau. Wichtig wird es in zwei Fällen:
- Sie nutzen mehrere Programme mit eingebauten KI-Agenten und wollen, dass diese zusammenarbeiten.
- Sie lassen eigene Agenten bauen und wollen sich die Tür offenhalten, sie später mit fremden Agenten zu verbinden.
Fragen Sie bei der Auswahl neuer Software, ob deren Agenten offene Standards wie A2A oder MCP unterstützen. Das verringert die Abhängigkeit von einem Anbieter. Wie wir eigene Agenten aufbauen, zeigen wir auf der Seite zu KI-Agenten.
Grenzen dessen, was man sicher weiß
A2A ist ein junger Standard. Ob er sich in der Breite durchsetzt oder ob andere Ansätze gewinnen, ist offen. Die Liste der Unterstützer ist lang, über die Zahl der Agenten, die A2A im Alltag tatsächlich nutzen, gibt es aber keine verlässlichen Angaben.
Auch Fragen der Sicherheit sind nicht abschließend geklärt. Wenn Agenten verschiedener Anbieter Aufgaben austauschen, muss genau geregelt sein, welcher Agent was darf. Das legt das Protokoll nicht für Sie fest.
Häufig gestellte Fragen
Brauche ich A2A, wenn ich nur einen KI-Agenten einsetze?
Nein. A2A wird interessant, wenn mehrere Agenten zusammenarbeiten sollen, die mit unterschiedlichen Werkzeugen gebaut wurden oder von verschiedenen Anbietern stammen. Für einen einzelnen Agenten mit eigenen Werkzeugen reicht meist das Model Context Protocol.
Konkurriert A2A mit MCP?
Nach Darstellung der Entwickler nicht. MCP verbindet einen Agenten mit Werkzeugen und Daten. A2A verbindet Agenten untereinander. In der Praxis können beide nebeneinander laufen.
Wer steht hinter A2A?
Google hat das Protokoll im April 2025 vorgestellt und im Juni 2025 an die Linux Foundation übergeben. Laut der Projektseite sitzen im Lenkungsgremium unter anderem Vertreter von AWS, Cisco, Google, IBM, Microsoft, Salesforce, SAP und ServiceNow.
Quellen
Siehe auch: Model Context Protocol (MCP) , Agentic AI , Function Calling
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